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1,8 Millionen Österreicher haben endlich eine Stimme

7. Januar 2010 Christian Keine Kommentare

Es ist ja kaum zu glauben, aber in Österreich gibt es 1,8 Millionen “Ungläubige”. Und diese haben keine rechtliche Vertretung. Oh, Korrektur: Hatten.

Die etwa 1,8 Millionen Konfessionsfreien in Österreich haben endlich eine rechtliche Vertretung. Am 22.12.2009 hat sich der Zentralrat der Konfessionsfreien konstituiert. Zu seinem ersten Vorsitzenden wurde der emeritierte Physikprofessor Heinz Oberhummer gewählt. Der Verein soll Menschen ohne religiöses Bekenntnis vertreten und ihnen helfen, ihre Bedürfnisse nach außen zu artikulieren.

So beginnt die Pressemeldung des Humanistischen Pressedienstes.

Ich begrüße die Gründung des Zentralrates natürlich sehr. Wenn immer irgendwo bei uns über Ethik und Moral geredet wird, wen holt man da? Eh klar, den Bischof oder den Kardinal. Weil die haben ja Ahnung von solchen Dingen, Gottlose natürlich nicht – wir sind ja schließlich unmoralisch und böse und überhaupt wurden die grauenhaftesten Verbrechen in der Geschichte nur von Atheisten verübt. <– SARKASMUS!!!

Nun, von mir aus können die Zeitungen und TV-Programme auch weiterhin diese Spezialisten um Rat fragen, aber diejenigen, die nicht von der Kirche und deren Unterorganisationen vertreten werden (wollen), möchten vielleicht auch gerne ihre Ansichten kundtun. Hier kommt der Zentralrat ins Spiel. Dieser soll in Zukunft als Sprachrohr der Konfessionsfreien fungieren.

Des weiteren gibt es diese Sache mit der Gleichberechtigung. Österreicher ohne Konfession werden nicht gefragt wenn es um Dinge geht wie Kreuze an Schulen oder die staatliche Förderung der Kirche. Politiker dürfen kritisiert oder parodiert werden, Gott nicht. Politische Ansichten können jederzeit diskutiert werden, Glaube ist tabu. Dabei ist die Existenz von Politikern ohne Zweifel erwiesen, die des lieben Gottes steht nicht mal zur Debatte.

Und der Herr Schönborn – sein Kardinal hat in meiner Welt keine Gültigkeit –  kann von mir aus einen Kopfstand machen, sofern er nicht gerade auf Marienjagd ist. Seine erbärmlichen Versuche, konfessionsfreie Menschen lächerlich zu machen, könnten ihm in Zukunft mehr Ärger einbringen als er glaubt (glauben ist ja sein Spezialgebiet, nicht?)

Die Homepage des Zentralrates ist im Moment noch im Aufbau, aber den Link kann man sich ja schon mal sichern :)